12.10.2008 | News

Ausstellung Berliner Tatorte

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Bei der Ausstellung „Berliner Tatorte“ am 12.10.2008 in der KULTschule erzählten viele Bilder den Besucherinnen und Besuchern, unter anderem einigen Mitgliedern der Abteilung 5 und der Abteilung 1 sowie den Jusos-Lichtenberg, von schrecklichen Übergriffen rechtsextremistischer Gewalt in unserem Bezirk Lichtenberg und unserer Stadt Berlin. Dabei waren auf der Ausstellung von ReachOut nur ganz normale schwarz-weiß Bilder von schönen Orten unserer Stadt zu sehen, jedoch die, im Nachrichten-Still geschriebenen, Texte neben den Bildern gaben uns Besuchern einen Einblick, zu welchen schrecklichen Taten es an solchen gewöhnlichen Orten, an denen jeder von uns Tag für Tag vorbeigeht, sich einen Kaffee holt, auf die S-Bahn wartet oder einkaufen geht, kommen kann.

Die Ausstellung „Berliner Tatorte“ wird von ReachOut organisiert. ReachOut ist eine Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Berlin. Dabei unterstützen und beraten sie nicht nur Angehörige, sondern auch Verwandte und Freunde von Opfern rechtsextremistischer und antisemitischer Angriffe. Außerdem dokumentiert diese Beratungsstelle in Berlin stattgefundene, rechtsextreme, rassistische und antisemitische Übergriffe auf Passanten und veröffentlicht dazu eine Chronik. ReachOut verhindert mit Aktionen wie dieser Ausstellung ein Ignorieren und Vergessen von rechtsextremer Gewalt.

Unterstützt wird die Ausstellung „Berliner Tatorte“ von der Netzwerkstelle Licht-Blicke, welche Initiativen, Einrichtungen und Privatpersonen unterstützt, die das zivilgesellschaftliche Engagement vor Ort stärken und sich für demokratische Werte und Menschenrechte einsetzen.

Aufgrund des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht wurde von vielen Seiten gefordert, dass Deutschland sich gegen das Vergessen und gegen die Ignoranz von rechter Gewalt stellen sollte. ReachOut und Licht-Blicke sind zwei Institutionen, welche sich genau dafür engagieren.

Gemeinsam mit den Ausstellungsmachern von RechOut, vertreten durch Sabine Seyb, erkundeten wir die erstmalig 2005 gezeigte Ausstellung. Wir verstanden, dass Übergriffe überall in Berlin und zu jeder Zeit stattfinden können. Spitzenreiter im negativem Sinne war der Friedrichshain, auf einem friedlich wirkenden schwarz-weiß-Foto war der S-Bahnhof Frankfurter Allee abgebildet. Neben dem Bild stand schlicht geschrieben: „Ein Jugendlicher wird von etwa zehn Hooligans angegriffen. Es wird ihm ein Zahn ausgeschlagen.“

An diesem Bahnhof steigen täglich mehrere tausend Menschen aus den Zügen ein und aus, auch abends und nachts herrscht an dort stets reger Verkehr, dennoch geschehen auch an diesem Ort rechtsextremistische Übergriffe. Auch wurde die Angst vor erneuten Übergriffen und über die Scheu vor einer Anzeige bei der Polizei gesprochen. Die Dunkelziffer der Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund ist viel größer. RechOut ermutigt zur Anzeige

Die Ausstellung „Berliner Tatorte“ besteht seit 2005 und war unter anderem schon im Abgeordnetenhaus, dem Rathaus Köpenick, in Schulen von Pankow und nun im Bezirk Lichtenberg in der KULTschule zu sehen. Es sollen noch weitere Ausstellungen folgen, welche immer wieder aktualisiert werden.

Wir danken ReachOut und Frau Seyb für diese Ausstellung und die erschreckenden, die wachrüttelnden und die für das Thema sensibilisierenden Berichte.

Es wird deutlich, dass Rechtsextremismus immer noch aktuell und deutlich zu spüren ist. Viele unserer Mitmenschen leiden noch in der heutigen Zeit, in der man annehmen sollte, dass gerade die Deutschen ihre engstirnige Weltansicht abgelegt und an Humanität gewonnen haben, an Folgen von rechtsextremistischen Übergriffen.

Jede Bürgerin und jeder Bürger, das heißt, Sie und ich sollten Verantwortung übernehmen, um etwas dazu beizutragen , dass solche Texte von rechtsextremistischen Übergriffen neben den Bildern unserer schönen Stadt Berlin verschwinden, damit wir eines Tages wieder sagen können: „Bilder sagen mehr als tausend Worte.“
Text: Kevin Hönicke und Ole Kreins
Foto: Ausstellung Berliner Tatorte
Foto: Andreas Büchner

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