Kraftwerkbau an der Rummelburger Bucht

Der geplante Neubau des Kraftwerks an der Rummelsburger Bucht beschäftigt die Anwohner und auch die politischen Parteien bereits seit einigen Jahren. Erste Planungen von Vattenfall, anstelle des derzeitigen Kraftwerks Klingenberg ein großes Steinkohlekraftwerk mit einem 140 m hohen Kühlturm zu errichten, stießen auf großen Widerstand in der Bevölkerung. Die SPD Lichtenberg teilte diese Kritik und nahm frühzeitig Kontakt mit Vattenfall auf, um ihre Sorge zu artikulieren. Nach einigen Monaten präsentierte Vattenfall unlängst überarbeitete Pläne. Anstelle des Kohlekraftwerkes sollen nun ein Gas- und ein Biomassekraftwerk entstehen. Dies ist grundsätzlich eine bessere Alternative als die bisherigen Planungen.

Um sich über die Möglichkeiten und Grenzen eines modernen Gaskraftwerks mit Kraft-Wärme-Kopplung zu informieren, besuchte die SPD am 16.03.2010 das Heizkraftwerk Mitte. Hier befindet sich eine moderne Kraftwerksanlage, die mit der in Rummelsburg geplanten gasbefeuerten Anlage vergleichbar ist.

Dabei wurden auch kritische Fragen zum geplanten Neubau gestellt, u.a. zu dem geplanten 60 m hohen Kühlturm. Aus Sicht der Teilnehmer der Veranstaltung darf die Emissionsmenge der neuen Anlage weder relativ zum Output noch in absoluten Zahlen über der Emissionsmenge des heutigen Kraftwerkes liegen. In Bezug auf das Biomassekraftwerk muss gesichert sein, dass die hohe Menge der benötigten Biomasse aus nachwachsenden Quellen stammt und lange Transportwege möglichst vermieden werden.

Die SPD Lichtenberg wird den Prozess des Kraftwerksneubaus weiter konstruktiv-kritisch begleiten. Die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung wird am 25.03. folgenden Antrag stellen:

„Das Bezirksamt wird ersucht, im Ergebnis der frühzeitigen Bürger- und Behördenbeteiligung des B-Plan-Verfahrens 11-47 Karlshorst-West für mindestens folgende Punkte eine Klärung herbeizuführen und über die Ergebnisse der BVV zu berichten:

  1. Der Antragsteller Vattenfall Europe muss zeitnah und nachvollziehbar darstellen, woher dauerhaft die erforderliche Menge an nicht schadstoffbelasteter Biomasse kommen soll, um das geplante neue Biomasse-Kraftwerk in Rummelsburg betreiben zu können.
  2. Es ist vom Bezirksamt ein unabhängiges Gutachten zu beauftragen, um die möglichen Varianten der Kühlung der geplanten Kraftwerksanlagen mit und ohne Kühlturm zu untersuchen und gegeneinander abzuwägen.
  3. Der Antragsteller Vattenfall Europe muss sich zeitnah und verbindlich zur Zukunft der Vattenfall-Hochspannungsfreileitungen auf dem im B-Plan erfassten Grundstücksteil südlich des Blochdammwegs äußern.
  4. Die CO2-Einsparung durch den nunmehrigen Wechsel des Energieträgers in der Planung ist nicht nur relativ, sondern auch in absoluten Zahlen anzugeben, um den Unterschied zum bisherigen Braunkohle-Kraftwerk darzustellen und nachprüfen zu können.“

Am 21.04. findet ein weiterer Besichtigungstermin im Heizkraftwerk Mitte statt, zu dem alle Interessierten eingeladen sind.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.