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Das Leben und Arbeiten in einer Pandemie

Ein Kommentar von Maik Lenzner, Abteilung Neu-Höhenschönhausen

Es wird immer noch schwieriger im 21. Jahrhundert in Berlin. Gerade im Osten der Stadt, wo „preiswerter“ Wohnraum oftmals nur in 11- oder sogar in 18/21-Geschossen zu haben ist. Die Probleme der dort lebenden Menschen können nicht auf einfache Art gelöst werden.

Viele Menschen, die in Großsiedlungen wohnen, stellt die Pandemie zusätzlich vor große Herausforderungen. Foto: Adobe Stock/Tiberius Gracchus

Ganz viele Alleinerziehende und viele Familien, die im Niedriglohnbereich arbeiten.  

Was ist festzustellen um 6 Uhr morgens auf dem Weg zur Arbeit, von der nordöstlichen Lichtenberger Großsiedlung bis hinein in die Siegfriedstraße?

Der Pendler*innenstrom aus Brandenburg nimmt weiter zu und es treffen sich immer die gleichen abhängig Beschäftigten. Auf der Strecke bleiben diejenigen, die nicht „systemrelevant“ sind. Zum Beispiel Familien, wo „Home-Office“ und „Home-Schooling“ aufeinandertreffen.

Was mit den betroffenen Menschen psychisch und gesundheitlich passiert, wird nicht beachtet. Was aber die Wirtschaft mit den immer stärker werden Lobbyist*innen propagiert, ist nicht mehr zu ertragen. Sie kennen keine soziale Verantwortung mehr, die Maschine hat mittlerweile mehr Wert als die menschliche Arbeitskraft. Ein Herr Elon Musk spart an Robotern, weil die Arbeit osteuropäischer Arbeitskräfte immer noch billiger ist.

Eine Pharmaindustrie, gefördert und bezahlt von unseren Steuern, handelt und agiert weiter getreu dem Motto: „Angebot und Nachfrage“.

Auch durch die Beteiligung der Sozialdemokratie wurden wichtige Bestandteile der Infrastruktur dem Abriss übergeben.

Das Fass ist kurz vorm Überlaufen. Wie lange halten die Beschäftigten im Gesundheitssystem die Pendel-Quarantäne zu Niedriglöhnen noch aus? Gibt es denn überhaupt Lösungen des Ausstieges aus der pandemischen Lage? Wann werden in Deutschland endlich gute Löhne für gute Arbeit gezahlt?

Artikel aus dem Stadtblatt vom März 2021